Wenn die Pussy nach Paris reist…

…ist das eine lustige sache!
05.12.2006
Debùsy D'eeper Debùsy D'eeper

…ist das eine lustige sache!

viel zu früh morgens geht es mit unserem kleinen tourbus los. alles einpacken, durchzählen, endlich losfahren, 100m weiter wieder aussteigen, bei der tankstelle kaffee, salami-baguette, die neueste bravo und chocolate cookies kaufen, alle wieder einsteigen, durchzählen und endlich richtung autobahn!

die erste stunde wird, ähnlich einer klassenfahrt viel geblödelt, viel zu laut musik gehört und sich um die bravo gestritten. kurz darauf ist es still, alle schlafen, alle bis auf den, der die bravo hat!

dass wir die französische grenze erreichen, merken wir schlafenden daran, dass wir alle paar minuten vom fehlenden motorgeräusch irritiert aufwachen, wir passieren etliche mautstation, an denen wir im laufe des tages ein kleines vermögen lassen werden! zudem wird ab jetzt im stehen gepinkelt, egal ob männlein, oder weiblein…ziggy nennt die eigenartigen französischen klos “hänge-klos”…obwohl man doch steht…ziggy wird wohl eine perfide technik entwickelt haben, dass seine lacoste beschuhten füsse nicht die steh-inseln im kloake meer berühren müssen!

kaum in paris angekommen, fühlen wir uns in einer anderen welt! wer jemals mit einem sprinter die engen, stark befahrenen, straßen fern ab der guten deutschen StVO erkundet hat, wird wissen, wie wir uns fühlen! unsichtbare fahrbahnmarkierungen leiten die autos mal vier-, mal fünfspurig in und um viel zu kleine kreisel, motorbetriebene zweiräder fahren zeitgleich beängstigend nah rechts, wie links an uns vorbei! ab und an tut es einen kleinen schlag, ein motoroller fährt an uns vorbei und hebt die hand, wobei dieses handzeichen keiner entschuldigung, nein, eher einer beiläufigen zurkenntnisnahme gleicht: “oui, oui,, ich hab dich berührt”…..die “vorsicht!” und “oh gott” schreie werden nur von unserer viel zu legère bedienten hupe und ziggys entrückten: “gott ist das schön hier, ich zieh nach südfrankreich” rufe unterbrochen!

auf evas und mein betteln hin machen wir, trotz der drängenden zeit und des katastrophalen verkehrs noch von der einladung eines schmucken modelabels gebrauch, um uns noch “schnell” schick einkleiden! bei den einen dauert die sichtung und die auswahl der klamotten ganz 10 minuten…nach knapp zwei sunden sind eva und ich dann auch fertig! hochzufrieden und schwer bepackt kämpfen wir uns weiter durch den verkehr und erreichen kurz darauf schwitzend, aber wohlbehalten den club!
la fleche d’or, ein legendärer laden mit geschichte und einer wunderschönen bühne! das konzert war so schön, wie kurz! problematisch nur, wenn die sänger kein (wirkliches) französisch (ziggys “bon joir” ist ein liebevollen beispiel hierfür) und die franzosen kein wirkliches englisch sprechen und verstehen! aber egal, es geht ja um musik!

nach einer viel zu langen feier machen wir uns viel zu spät auf den weg zum hotel, essen vom hunger getrieben in einer gegend von paris, die mit sicherheit auf touristenkarten mit einem totenkopf markiert ist “schwanz mit käse in brot”, machen eine “kurzen” abstecher zum flughafen, um unseren manager jo zum flieger zu bringen, und machen uns bei den ersten strahlen der sonne auf die suche nach unserem hotel!

die suche endet in der angegebenen strasse, vor den angegebenen hausnummer, die nicht existiert - mitten auf dem wohl teuersten platz in ganz paris!!! erschöpft und zu müde zum denken verharren wir geschlagene 30minuten vor einem riesigen tor, von dem wir scherzhaft annehmen, es muss mindestens der eingang der französischen zentralbank sein! wir überlegen, ob wir nicht einfach stehen bleiben sollen, bis die polizei auf uns aufmerksam wird und uns verhaftet…so hätten wir wenigstens ein dach über dem kopf und könnten raus aus diesem bus, der nach schlechter laune und “schwanz mit käse brot” riecht!
als wir uns entschließen, nicht aufzugeben, stellen wir an der nächsten strassenbiegung fest, dass wir zwar nicht das tor der zentralbank, aber immerhin den hintereingang des louvres belagert haben…ein wunder also, dass wir wirklich noch nicht verhaftet worden waren!

nach einer weiteren geschlagenen stunde finden wir endlich das hotel in der strasse, die wir für den stadtteil in der adressen beschreibung hielten! man könnte meinen, in diesem erschöpfungszustand könne man überall einschlafen…doch weit gefehlt! die von “fäkal-vandalismus” gezeichneten “sanitären einrichtungen” (etagenklos - und duschen) und die nach katze und verderben riechenden zimmer lassen uns nur schwer, mit hysterisch zuckenden mundwinkeln einschlafen!

am nächsten tag verlassen wir übermüdet, und sehr albern das hotel und auch frankreich, nicht ohne wieder ein vermögen an den mautstationen zu lassen. eva ist ein bisschen beleidigt, weil sie den eiffelturm nicht mehr sehen darf. wir geben noch von unterwegs ein telefon interview, an welches sich am nächsten tag wohl keiner mehr erinnern kann oder will und kommen schließlich sehr spät abends in mannheim an! am ende dieser zwei aufregenden, wie stressigen tage entladen wir wie in trance den bus und kratzen die bravo vom fussboden! schließlich verabschieden wir uns, mit drei küsschen jeder!
schnell schlafen, denn morgen gehts ja schon an den bodensee…

grosses bises, douce et moite…oder so
deby

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